abwarten

Nach einer Woche Urlaub treffen wir uns.
Die Stimmung ist schlecht, wie die letzten Male auch.
Ich bin genervt, er ist müde.
Ich wünschte ich wäre gar nicht erst gekommen.
Ich möchte nach Hause, doch finde ich es gemein mich abholen zu lasse also bleibe ich.
Plötzlich hat er Lust. Er fragt mich ob wir es tun wollen und ich willige ein, in der Hoffnung, dass es etwas ändert. Ich weiß im tiefsten Inneren, dass es nichts ändern wird.
Ich lasse es über mich ergehen. Danach ist seine Laune besser. Ich freue mich ihm einen Gefallen getan zu haben indem ich ihm meinen Körper schenkte und gebe ihm das Gefühl großartig gewesen zu sein.
Seine Freunde kommen- ich bin abgeschrieben.
Er behandelt mich wie Luft, sodass selbst seine Freunde es bemerken und ihn zurechtweisen wollen doch er geht nicht darauf ein.
Ich will weg von ihm. Weg von dieser Party und weg von diesen Leuten. Ich kralle mich an mir selber fest und wünsche mir nichts anderes als mich in diesem Moment selbst zu verletzen um mich auf diesen anderen Planeten zu bringen. Den Planeten auf welchem nur ich lebe.
Ich frage mich, ob ich das verdient habe und wenn ja womit. Ich hasse ihn in diesen Moment. Er macht es kaputt.
Ich fange an mit einem andren Typen zu schreiben. Er ist wesentlich älter als ich, ich weiß genau wieso er Kontakt zu mir hat. Er fragt mich ob wir uns morgen treffen wollen. Ich willige ein. Ich will mich an der Person rechen, die mich zerstört.
Ich möchte nicht mehr leben. Kann ich überhaupt ohne ihn leben? Werde ich es schaffen es überhaupt zu probieren? Was wenn nicht? Dann ist es so. Dann hoffe ich für ihn dass er niemals mit den Schuldgefühlen klarkommen wird, dass er sich für immer Vorwürfe macht.
Denkst du darüber nach wie du mich behandelst? Wie du mich verletzt?
Siehst du nicht die andren Paare, wie sie miteinander umgehen?
P. &. S. sind erst seit wenigen Wochen zusammen und so viel liebevoller zueinander. Warum? Was haben wir falsch gemacht?
Warum hab ich es je zugelassen, dass du mich berührst?
Warum habe ich dir je meinen Körper geschenkt?
Es macht keinen Sinn mehr. Ich kann nicht mehr.
Wer erlöst mich?
Wann werde ich erlöst?
Wie werde ich erlöst?
Ich warte.

3 Kommentare 5.8.12 01:46, kommentieren

Neverlost

"Ich konnte nicht sprechen ohne zu schreien. Ich konnte nicht denken ohne zu weinen. Das Einzige, was ich konnte war leiden." Das Zitat, welches erst ganz am Ende des Films gesagt wird, gefällt mir ziemlich gut. Der Film an sich ist ziemlich schlecht. Schade. Hätte man mehr draus machen können..

3 Kommentare 24.7.12 00:42, kommentieren

Etc.

Nutzlos-traurig-sinnlos-Angst-belanglos-allein-anstrengend-nervig-selten-besonders-dumm-genervt-sauer-wütend-Langeweile-Drogen-Sex-Nikotin-unvernünftig-fett-hässlich-ausgeschlossen-träge-schlaflos-übermüdet-anders-komisch-verrückt-reizbar-entliebt.

3 Kommentare 22.7.12 23:59, kommentieren

Obdachelose Menschenhasser

Hallo,

Heute war ich mit meinem Cousin und meiner Mutter in Köln. Flo war jetzt ca. eine Woche bei uns und ist von Köln aus weiter nachhause gefahren. Was meine Mum und ich in Köln wollten kann man sich ja denken- SHOPPING.
Ich könnte jetzt hierhin schreiben was ich mir wo und für wieviel Geld gekauft habe. Ich könnte ebenfalls erzählen dass ich obwohl man von meinem Ort ca. eine gute Stunde bis Köln brauch drei Stunden für eine Strecke gebraucht habe und jetzt verstehen kann warum viele Menschen die Deutsche Bahn verfluchen und hassen und es ihnen ab heute gleich tue.
Ich könnte auch erzählen dass ich heute drei nette chinesische Studenten kennengelernt habe, die ich auf eine paradoxe Art und Weise in mein Herz geschlossen habe, vor allem den etwas dickeren süßen Herren der etwa so lachte "HOHOHOHOHOHO".
Aber der Grund für diesen Blogeintrag ist ein komplett anderer.

Was muss passieren, dass man seine eigene "Rasse" hasst? Was muss passieren, dass man als Mensch angewidert von der Menschheit ist? Ich dachte ich wüsste es. Ich dachte Unwissenheit über das teilweise grauenhafte Handeln der Menschen würde einen zwangsläufig zu Hass führen, ich dachte bei mir wäre es so. Heute jedoch ist mir, so glaube ich, bewusst geworden was Hass wirklich bedeutet bzw. was es bedeutet eine ganze Rasse zu verabscheuen.

Die vielen Obdachlosen in Köln sind mir schon immer aufgefallen und ich kam noch nie wirklich gut damit zurecht, wenn einer von ihnen auf mich zukommt und um Kleingeld oder Essen bittet. Warum? Weil ich mich jedes beschissene Mal so verdammt schlecht gefühlt hab nein zu sagen oder meine Eltern oder Freunde nein sagen zu lassen nur weil es zu lästig erscheint das Portemonnaie herauszunehmen und ein paar Zentstücke herauszunehmen.
Heute kam es mir so vor, als hätten sich die Obdachlosen verzehnfacht.
Ich frage mich so oft, was passieren muss, dass man auf der Straße landet und sein gesamtes Hab und Gut verkaufen muss. Was passieren muss, dass ein armer alter Mann um Essen bettelt und wie eine lästige Fliege vertrieben wird.
Ich finde es grauenhaft und wüsste zu gern die Geschichten der Menschen auf der Straße. Wahrscheinlich finde ich es deswegen so interessant, weil ich mir ein Leben auf der Straße nicht in meinen dunkelsten Albträumen vorstellen könnte. Ich würde den Tod bevorzugen, keine Frage.
Und genau deswegen finde ich die meisten von ihnen stark und schon fast bewundernswert, nicht vorbildlich vielleicht, aber bewundernswert.

Worauf ich hinaus will ist folgendes: Am Bahnhof in Köln bat uns eine Frau um Kleingeld. Aus Reflex winkte meine Mutter ab und schickte die Frau weiter. Ich weiß nicht warum, doch hatte ich gleich darauf so ein schlechtes Gewissen, dass ich ihr nachlief und etwas gab. Ich hatte so ein Mitleid mit ihr wie erst einmal in meinem Leben.
Als ich auf die Frau zuging und sie für die ersten Sekunden etwas musterte sah ich fettige Haare, nahm einen nicht angenehmen Geruch wahr, sah ein paar Piercings doch blieb dann plötzlich bei ihren Augen stehen. Noch nie hatte ich solche Augen gesehen! Sie waren grau, glanzlos, hatten jegliche Farbe verloren. Ich wollte nicht wissen wie oft diese Frau schon geweint hatte. Sie war zwar noch nicht alt, so um die 20 schätze ich, allerdings las ich in ihren Augen die Lasten einer ganzen Welt. Das jedoch wirklich schlimmste in ihren Augen war der Zorn, die Wut, der unerschütterliche Hass.
Natürlich rechnete sie nicht damit, dass ich ihr Geld geben wollte doch begriff es schnell und ihre Gesichtszüge entspannten sich zusehends. Sie nuschelte ein "Danke" und verschwand.
Was hatten diese Augen schon alles gesehen, dass sie mit so unendlich großem Hass erfüllt waren?
Es gibt größeren Hass als meinen.
Es gibt mehr Schmerzen als ich sie ertragen muss.
Es gibt Menschen die wesentlich ärmer dran sind.

Dieser Gedanke tut für einen kurzen Moment gut und schon schäme ich mich wieder.
Traurige Welt..


Bon nuit!

3 Kommentare 20.7.12 01:30, kommentieren

Pi

Wenn du oben bist, dann wart' auf mich im Licht. Wenn du unten bist, dann trag dein Kleid mit Schlitz. Die Checks die mein Mund schrieb, die warn' nicht gedeckt. Ich hab gesucht, aber es gibt Niemanden der dich ersetzt!

5 Kommentare 17.7.12 00:22, kommentieren

!

Ich spüre die Toten, wie sie nach mir greifen & als Eine von ihnen wilkommen heißen.

16.7.12 23:30, kommentieren

Die Beschissenheit der Dinge

Die Beschissenheit der Dinge ist ein Film, den ich vor ca. 3 Wochen gesehen habe. Der Film passt zu einigen meiner Ansichten. Wenn man den eigentlichen Sinn, und den hab ich erst ganz am Ende begriffen, versteht, lernt man von ihm, dass die Dinge beschissen sind und verdammt DIE DINGE SIND BESCHISSEN! Menschen sind zum kotzen! Menschen, bei denen man denkt die Wege würden sich nie trennen, denen man so nah ist, dass man ihnen alles anvertraut drehen sich von Heute auf Morgen um 180° und verändern sich zu fremden, weit weit entfernten Personen.
Unsere Welt ist besessen von Egoismus, Fahrlässigkeit und Hass.
Widerlicher, brodelnder Hass. Egoismus, der die Menschen von innen auffrisst. Fahrlässigkeit, die Faulheit miteinschließt und Menschen auseinander bringt.

"Das Leben ist kein Ponyhof", ein Spruch den ich schon seit ich ein Kleinkind war von meinen Großeltern zu hören bekomme und ich würde sagen dass dieser Spruch zu den wichtigsten Dingen gehört, die sie mir mit auf den Weg gegeben haben. Natürlich auch Liebe, Geborgenheit und Vertrauen, das ist komplett außer Frage gestellt, jedoch auch das Wissen, dass die rauen, gefährlichen Klippen der Welt niemanden verschont lassen!

Was macht man, wenn man sich als 15-jähriges Mädchen allein und unnötig fühlt, obwohl man Freunde und Liebe in seinem Leben hat? Ich weiß nicht. Es geschehen täglich so viele grauenhafte Dinge und ich weiß, dass ich niemals gegen diese Dinge vorgehen kann. Menschen sterben, Menschen werden gefoltert, gefangen gehalten, gekidnapped, gequält und gedemütigt und keiner tut etwas. Nein, NIEMAND!
Ist es vielleicht dieses Wissen, welches alles sinnlos, dumm und überflüssig erscheinen lässt?
Das Schlimme ist, dass ich gar nichts unternehmen will! Viel zu gefährlich wäre die Reise mit dem Ziel zu wissen warum die Menschen so sind wie sie sind und warum sie Taten des Grauens begehen.
Man kommt sich nutzlos vor, wertlos. Warum existiere ich? Warum existierst Du? Fragen, die mir niemals jemand beantworten wird. Die Unendlichkeit des Weltalls ist zwar in keinster Weise greifbar für mich und eigentlich interessiere ich mich auch nicht dafür, allerdings komme ich mir im Verhältnis überflüssig vor.
In einigen Jahren, vielleicht auch schon morgen, wer weiß, werde ich tot sein. Man wird um mich trauern, man wird an mich denken, doch nicht für immer. Mein Geist, mein Wesen, meine damalige Existenz wird vergessen sein und keiner wird sich mehr an mich erinnern. Wofür also diese Quälerei, die sich Leben nennt auf sich nehmen?
Was tut man um unsterblich zu werden? Was kommt nach dem Tod? Ich wüsste es zu gern..
Früher hab ich immer gesagt : Wenn es nach dem Tod nichts mehr ist, alles schwarz und man einfach nichts mehr ist, wofür ist dann das Leben dar? Gäbe es kein Leben nach dem Tod, so ist das normale Leben ohne Sinn. Damals war ich allerdings der festen Überzeugung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und jeder einzelne Mensch damit einen Sinn hat!
Mittlerweile sehe ich das völlig anders. Es gibt keinen Sinn und damit auch kein Leben nach dem Tod.
Die Hölle ist dementsprechend meiner Meinung nach das Leben, genauso wie es der Himmel sein kann.
Manche Menschen machen aus ihrem Leben den Himmel, meins ist auf paradoxe Art und Weise die Hölle. Nicht immer, aber oft.



Salut!

4 Kommentare 14.7.12 21:07, kommentieren